JOSSAUER HÖHLE

Die erste erschlossene Höhle auf dem Gebiet der Slowakei – seit 1846.

Gut ein Fünftel der Bevölkerung leidet an Allergien, die um eine medikamentöse Behandlung nicht umhinkommen. Freilich müssen Medikamente nicht zwingend die einzige Lösung sein, denn auch die Speläotherapie stellt eine geeignete Alternative dar – eine Methode, die sich die Eigenschaften der Höhlen und insbesondere des Aerosols der unterirdischen Umgebung zunutze macht. Die Höhlenumgebung lässt sich künstlich praktisch nicht ersetzen, zumal sie staub- und allergenfrei ist und deren relative Feuchtigkeit nahe bei 100% liegt. Gerade die Jossauer Höhle (slow. Jasovská jaskyňa) wird als eine von drei Höhlen des Landes zur Behandlung von Atemwegserkrankungen genutzt.
Von allen zugänglichen Höhlen des UNESCO-Welterbes im Reiseziel ist die Jossauer Höhle von Košice aus am schnellsten erreichbar. Sie brauchen dafür ungefähr eine halbe Stunde. Die Höhle befindet sich am westlichen Rand der Gemeinde Jasov, auf den direkten Weg zur Höhle biegen Sie von der Straße E571 an der Tankstelle in Moldava nad Bodvou ab. Der Höhleneingang ist nur 100 Meter vom Parkplatz entfernt, dabei ist kaum Höhenunterschied zu überwinden.
Von den Höhlen des UNESCO-Welterbes in der Umgebung von Košice ist sie die nächstgelegene.
Darüber hinaus ist sie auch ein treuer Zeuge der Geschichte – laut Überlieferung wurde sie durch einen der Mönche des Prämonstratenser-Ordens aus Jossau (slow. Jasov) entdeckt, wobei die ersten schriftlichen Erwähnungen über die Existenz des Ordens auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Mit der Höhle steht zudem eine Reihe von archäologischen Funden in Verbindung, die bezeugen, dass die Höhle bereits in der Jungsteinzeit besiedelt worden war, einige der Funde deuten sogar auf eine mögliche kurzzeitige Besiedlung bereits in der Altsteinzeit hin. An den Wänden der Höhle findet man eine Fülle von Inschriften und Malereien, wie etwa die sehr wertvolle Inschrift aus dem Jahr 1452, die den Sieg von Johann Giskra von Brandeis in der Schlacht von Lizenz (slow. Lučenec) verzeichnet und die älteste belegte Inschrift in den slowakischen Höhlen ist. Im Fledermausdom wiederum findet man die Jahreszahl 1576.
Eine der drei slowakischen Höhlen, die zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mittels Inhalation des Höhlenaerosols genutzt wird.
1995 starteten in der Höhle Behandlungsaufenthalte für Kinder mit Allergien und Asthma. Diese finden im Fledermausdom statt.
Mehrere Teile der Höhle sind reich geschmückt mit Sintergebilden, beachtenswert sind auch die „Sinterwasserfälle“ und -trommeln. Fachleute haben in der Höhle bis zu 19 Fledermausarten entdeckt, die sich dort insbesondere im Winter gruppieren. Gerade die Jossauer Höhle zählt zu den bedeutendsten Überwinterungsstätten der Großen Hufeisennase in der Slowakei. Der erschlossene Höhlenbereich ist 550 Meter lang und die Besichtigung dauert 45 Minuten. Der Besucher muss allerdings gute Beine haben, zumal er dabei 314 Stufen besteigt. Die Höhlentemperatur schwankt zwischen 8,8 und 9,4°C und die relative Feuchtigkeit zwischen 90 und 98%.
Die Slowakei zählt, zusammen mit Deutschland, zu den Pionieren der Speläotherapie. Bereits im Jahr 1968 begann MUDr. Karol Klincko mit dieser Therapieart in der Gombaseker Höhle (slow. Gombasecká jaskyňa).

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